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Home / Die Bodhrán / Ratgeber BodhránkaufEinige der häufigsten Fragen, die mir immer wieder gestellt werden, ist die Frage: Welche Trommel soll ich kaufen? Da gibt es natürlich immer wieder unterschiedliche Ansprüche und Finanzvorgaben, daher ist eine pauschale Antwort schwierig. Ich will dennoch versuchen, hier ein paar Tipps zusammenzustellen.
Was nicht?
Fangen wir mit dem an, was man nicht kaufen sollte. Dazu gehören nach meiner Ansicht Trommeln, die aus unbekannten Quellen stammen oder industriell hergestellte Felle oder Rahmen haben. Hierzu ein paar Erklärungen: Bei ebay oder in Musikläden (auch in Irland) findet man häufig Trommeln, die billigst aus Fernost importiert wurden und hier unter 100€ verkauft werden. Das Fell dieser Trommeln ist meist steinhart, und klingt nicht so, wie man sich das wünscht: Schön bassig, saubere Mitten, knackige Höhen. Meist sind diese Trommeln auch noch mit einem keltischen Muster oder einem Guinness Logo versehen. Diese Bodhráns taugen ausschließlich dazu, sie an die Wand zu hängen. Mehr nicht. Keiner weiß, wo das Fell herkommt, mit welchen Chemikalien es von wem unter welchen Bedingungen (Löhne, Tierhaltung etc.) behandelt wurde. Die meisten Bodhráns dieser Art kommen aus Pakistan. Dann gibt es auch zwei Hersteller in Irland, die die Trommeln industriell fertigen lassen: Malachy Kearns und "Waltons". Bei Waltons handelt es sich um ein Musikgeschäft in Dublin, bei Kearns um einen pfiffigen Geschäftsmann, der einigen Leuten versucht weiszumachen, er sei der letzte verbliebene Hersteller in Irland, er hat es sogar auf eine Briefmarke geschafft. Wenn man nach Irland kommt, sieht man sein Bild schon am Flughafen und will dann genau so eine Trommel mitnehmen. Wieviele enttäuschte Gesichter habe ich schon in meinen Workshops gesehen, als ein Kearns Besitzer zum ersten Mal einen Vergleich zu einer Qualitätstrommel hatte...
Was soll man denn dann kaufen?
Was zeichnet aber nun eine Qualitätstrommel aus? Ein guter Klang, saubere Verarbeitung, lange Haltbarkeit, Spielbarkeit generell (bei einigen billigen Trommeln passt die Hand kaum unter das Kreuz). Dabei spielen sicher viele Faktoren eine Rolle, die Hauptsache ist jedoch das Fell. Dieses wird aus Ziegenhaut gegerbt, manchmal auch aus Kalb oder Känguruh. Dieser Prozess braucht Zeit, was sich das leider auch im Preis widerspiegelt. Wenn man ein Fell anfasst, sollte das geschmeidig und nicht hart und kratzig sein. Ein bemaltes Fell ist nicht zu empfehlen. Häufig wird das Fell zur Vermeidung von einem Überschuß an Obertönen abgeklebt, entweder mit Tape außen oder mit einem Fellring innen. Das Tape ist natürlich günstiger in der Herstellung bzw. Verarbeitung. Auch erlaubt ein Tape außen die komplett freie Handbewegung innen am Fell, und man kann es genauer "einstellen", d.h. mal mehr und mal weniger tief tapen. Ebenso ist es möglich, das Tape einfach zu erneuern.
Von nicht stimmbaren Trommeln ist abzuraten. Die Naturfelle reagieren auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit und zwingen damit den Spieler in einem Tonbereich zu spielen, den er gar nicht will. Nicht stimmbare Trommeln müssen mit Wasser entspannt und mit Hitze gespannt werden. Das ist auf Dauer unpraktisch. Also stimmbar. Es gibt verschiedene Systeme, im Rahmen integriert (s. Bild Rechts) oder mit zusätzlichem Stimmring, diese sind alle brauchbar. Der neue Trend geht zum werkzeuglosen Stimmsystem, wie z.B. in den Trommeln von Robert Forkner oder der RWE. Alle diese Stimmsysteme ermöglichen das gezielte Stimmen von einzelnen Fellbereichen, was ich für sehr nützlich halte. Ein Stimmsystem, welches lediglich das ganze Fell rauf oder runterstimmt (z.B. pneumatisches System) halte ich für nur bedingt geeignet.
Auf der linken Seite das klassische Stimmsystem, wie es von vielen Herstellern verbaut wurde. Der Stimmrahmen wird von den Schrauben nach unten gedrückt und spannt das Fell. Brendan White's Stimmsystem ist ähnlich aufgebaut, hier ist das Gewinde für die Schraube im Stimmrahmen eingebaut. Die Schraubenköpfe drücken den Stimmrahmen nach unten.

Heute sollte man eher eine Bodhrán mit werkzeuglosem Stimmsystem kaufen, der Luxus, nicht mehr nach Werkzeugen suchen zu müssen und die gefundenen Werkzeuge in die Schrauben fummeln zu müssen, ist nicht zu unterschätzen. Wichtig ist hierbei, dass die Schrauben leichtgängig sind, da kein Werkzeug eingesetzt wird. Auf dem Bild links oben sieht man, dass Christian Hedwitschak bei der RWE spezielle Platten einsetzt, um die angespitzten Schrauben noch leichtgänginger zu machen. Christian Hedwitschak bietet inzwischen in allen Preisklassen nur noch das werkzeuglose Stimmsystem an. Bei der BasicLine und der LightLine sind die mit den Fingern zu drehenden Schrauben in den Rahmen integriert.Dieser sollte stabil, und aus hochwertigem Holz hergestellt sein. Zu dünne, billige Rahmen können sich verziehen. Massivholz oder Schichtholz klingt wohl besser als Sperrholz. Natürlich sollte der Rahmen sauber verleimt sein und keine scharfen Kanten haben.
Welche soll ich denn nun kaufen?
Hier einzelne Hersteller hervorzuheben ist schwierig, welche Trommeln ich bevorzuge sieht man in meinem Shop. Ich verkaufe nur Trommeln, hinter denen ich voll stehen kann und die im Shop angebotenen Bodhráns halte ich für die besten am Markt. Außerdem legt Christian Hedwitschak Wert auf kurze Transportwege der Materialien, faire Bezahlung der Lieferanten und Mitarbeiter und auf eine Materialauswahl, die auf Nachhaltigkeit beruht. Das heißt nicht, dass alle anderen schlechte Trommeln bauen, aber es ist schon eine Auswahl. Neben meinem Leib- und Magenhersteller Christian Hedwitschak, bauen auch Hersteller wie Seamus O'Kane, Rob Forkner, Mike Quinlan, Eoin Leonard, Paul McAuley, Michael Vignoles, Alberto Alfonso, Brendan White, David W. Settles, Eamon Maguire, Davy Stuart oder Norbert Eckermann gute Trommeln in verschiedenen Preisklassen. (Sicher habe ich einen in der Liste vergessen, daher erhebt diese auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit).
DreiklassengesellschaftChristian Hedwitschak bietet gezielt auch Trommeln für Einsteiger und eine Mittelklasse an. Die LightLines für Einsteiger liegen nur knapp über den Preisen für ebay-Schrott, liegen aber Welten über deren Klang. Daher sind das gute Einsteigermodelle zu sensationellen Preisen ab 125€ für eine vollwertige Bodhran!
Die Mittelklasse zwischen 200€ und 300€ füllen Christians BasicLines und Trommeln von Brendan White, Michael Vignoles, und Eoin Leonard und Paul McAuley aus.
In der Oberklasse sind kaum Grenzen gesetzt, bei einer Trommel über 350€ muß dann auch schon alles stimmen. Hierzu zähle ich auch ein praktisches werkzeugloses Stimmsystem sowie ein Fell und eine Verarbeitung ohne Kompromisse. Neben den von mir verkauften Bodhráns von Christian Hedwitschak, hier besonders die RWE, spielen in dieser Liga Rob Forkner, oder Seamus O'Kane eine Rolle. Seamus Rahmen sind etwas einfacher als die der Mitbewerber. Diese Wertung ist rein subjektiv. Wichtig dabei sind mir auch eine konstant hohe Qualität. Im Bild oben von links nach rechts: RWE, BasicLine und LightLine.
Ja. Ich habe mit einem Bodhrankurs (18 Teilnehmer) einen zweifachen Blindtest mit verschiedenen Herstellern und Preisklassen gemacht (ich spiele die Trommel, die Schüler haben bewertet ohne zu sehen, welche Trommel ich in der Hand hatte, 2 Durchgänge, dann wurde der Mittelwert der Bewertung ermittelt). Dabei hatten dann in der Tat die teureren Trommeln die Nase vorn.
Der Idealfall ist, dass man die Trommel vor dem Kauf ausprobieren kann. Normale Musikläden bieten kaum Bodhráns an, wenn dann häufig wieder Billiginstrumente. Zu mir kann man jederzeit kommen und sich durch den Lagerbestand trommeln. Weiterhin bieten sich die von mir durchgeführten Workshops an, um dort aus der gesamten Auswahl eine Trommel zu finden. Ebenso wird dort Zubehör wie Sticks oder Taschen angeboten. Bei den zweimal im Jahr stattfindenden BodhranWeekends ist die Auswahl noch größer, da auch Guido Plüschke mit dabei ist. Sollte ein Ausprobieren nicht möglich sein, so hat man bei einer Bestellung im Shop natürlich auch ein 14-tägiges Rückgaberecht. Es spricht für die Qualität der angebotenen Hedwitschak Bodhrans, dass vom Widerrufsrecht auch bei mehreren hundert verkauften Bodhrán noch nie Gebrauch gemacht wurde!
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