Das Lambeg Fell

Das Lambegfell


Das Lambegfell

Aus Nordirland

Das Lambegfell ist ein besonderes Fell aus Nordirland. Diese Felle werden eigentlich für die Lambeg Trommel produziert. 

Für uns muss das Lambeg-Fell von einem guten Hersteller aus dem Norden Irlands kommen, der Lambeg-Trommeln herstellt und die Felle mit seinen traditionellen Methoden herstellt. Das ist es, was wir "Genuine Lambeg" nennen. 

Lambeg Trommel

Die Lambegtrommel

Aus dem Dorf Lambeg

Die Lambeg Trommel ist eine nordirische, mit zwei Rohrstöcken gespielte Große Trommel. Sie wird wie andere große Trommeln senkrecht vor der Brust getragen. Ihr Durchmesser beträgt im Durchschnitt 90 cm, die Tiefe 65 cm. Verwendet wird sie besonders bei Paraden nordirischer Protestanten wie dem Oranier-Orden.

Die Lambeg Drum kam wahrscheinlich im 17. Jahrhundert mit englischen Siedlern oder mit der Armee Wilhelms von Oranien nach Nordirland. Sie entwickelte sich vermutlich aus der Militärtrommel jener Zeit, die in Nordirland nach und nach immer größer gebaut wurde.Sie ist benannt nach dem Dorf Lambeg im County Antrim.

Wer ausführliche Informationen zur Lambeg Trommel sucht, wird hier fündig, auch auf youtube gibt es diverse Videos.

Lambeg Trommel

Das Lambegfell

Einzigartige Eigenschaften

Die Felle werden nach jahrhundertealter Tradition, die in den Gerberfamilien von Generation zu Generation weitergereicht wird, behandelt.
Seamus O'Kane hatte als erster die Idee, diese Felle auch für Bodhráns zu verwenden. Durch Ihn haben wir auch den Kontakt zu Tommy Louden, einen der führenden Hersteller für Lambegfelle, herstellen können. Tommy Louden belieferte bis zu seinem Tod Christian regelmäßig mit wunderbaren Fellen. (Wer das Bild oben vergrößert, sieht Tommy Loudens Stempel auf dem Fell der Lambegtrommel).

Inzwischen haben wir adequaten Ersatz in Nordirland finden können.

Das Lambegfell hat aus meiner Sicht einzigartige Eigenschaften:
Es macht das Spielen einfach zu einem großen Vergnügen, weil es schnell reagiert und ein weites Klangspektrum hat. Für mich heißt das, dass ich sowohl einen traditionellen Sound erzielen kann als auch einen modernen Top End sound. Die Trommel hat genug Obertöne für ein harmonisches Spiel, aber nicht so viele, dass man den Bass nicht auch mal offen anschlagen kann. Wichtig ist mir auch der sehr schöne rebound, der Stick kommt aktiv vom Trommelfell zurück, es ist nicht so weich, dass der Stick darin "versinkt".

Bitte beachten

Das Lambegfell wird sich in den ersten 3-6 Monaten beim Spielen der Trommel ausgleichen und eingespielt werden. Man merkt am Anfang, dass das Fell sehr schnell auf Änderungen der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit reagiert. Dies bessert sich deutlich nach dem Einspielen, außerdem wird der Bass noch deutlich präsenter. Das alles kann allmählich in den ersten Monaten stattfinden, aber gerade bei den Lambeg Fellen kommt es vor, dass die Änderungen von einem Tag auf den nächsten passieren.

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Felle & Tipper

Felle und Tipper


Können Tipper Trommelfelle kaputtmachen?

Es ist komplex

Immer wieder tauchen im Internet Warnungen vor Tippern auf, die angeblich zwangsläufig das Trommelfell einer Trommel zerstören.

Jedoch ist das Thema - wie so vieles - deutlich komplexer, und eine pauschale Antwort würde zu einer unnötigen Einschränkung des Klangspektrums führen, das durch den Einsatz unterschiedlicher Tipper geboten wird.

Das Trommelfell

Genau so vielfältig wie das Tipperangebot ist auch die Auswahl an unterschiedlichen Trommelfellen, die bei Bodhráns zur Anwendung kommen. Daher zunächst die grundsätzliche Frage:

Welche Faktoren beeinflussen die Lebenszeit eines Naturtrommelfells auf der Bodhrán?

  • Alter des Tieres bei Schlachtung. Die Haut junger Tiere ist flexibler und dünner, die Haut älterer Tiere wird dicker und härter.

  • UV-Strahlung. Ähnlich wie zu viel des Sonnenbadens der menschlichen Haut schadet, macht direkte Sonneneinstrahlung, besonders hinter Fensterscheiben, das Trommelfell spröde.

  • Handschweiß. Der ph-Wert, die Menge und die Zusammensetzung des Handschweißes des Spielers beeinflusst das Einspielverhalten und die Entwicklung des Trommelfells wie kaum ein anderer Faktor. Ob ein Fell innen fluffig oder klebrig, speckig, rau oder spröde wird, wird maßgeblich vom Handschweiß und dem Druckverhalten des Spielers beeinflusst.

  • Tierart und -gattung. Nicht nur zwischen den meist verwendeten Tierarten für Bodhránfelle wie Ziege, Hirsch, Känguru und Kalb bestehen große Unterschiede in Sachen Abriebfestigkeit, Reißfestigkeit und Alterungsbeständigkeit, sondern auch unter den einzelnen Ziegenarten bestehen manchmal große Unterschiede, die in der Haltungsart und dem Futter der Tiere begründet sind.

  • Verarbeitung des Fells bei der Herstellung. Auch wenn ein Trommelfell nicht tatsächlich „gegerbt“ wird, nimmt die Art und Weise, wie die Rohhaut zum fertigen Trommelfell verarbeitet wird, großen Einfluss auf die letztendlichen Eigenschaften und damit auch auf die Lebensdauer des Trommelfells.

  • Spielweise des Musikers. Übermäßig starkes Drücken mit Fellhand, ein steiler („kratziger“) Spielwinkel des Tippers, unnötiges Abdämpfen des Trommelfells mit Oberkörper und Fellhand, übermäßiges Bespielen von einzelnen Fellbereichen und eine generell falsche Spieltechnik verkürzen die Lebenszeit eines jeden Trommelfells, selbst bei einem Synthetikfell.

  • Tipperauswahl. Unterschiedliche Trommelfelle verlangen den Einsatz von jeweils passenden Tippern. Es liegt außerdem in der Verantwortung des Spielers, seine Tipper regelmäßig auf Beschädigungen zu überprüfen. Absplitterungen und andere Beschädigungen sind in der Tat eine große Gefahr für jedes Trommelfell.

Kurz gesagt

Da es nicht „das beste“ Trommelfell gibt, gibt es auch nicht „die Lebenszeit“ für ein Trommelfell.

Beispielsweise können dünne, flexible Trommelfelle unglaublich tonal klingen und sehr schnell auf den leichtesten Druck der Fellhand ansprechen, sind aber beispielsweise nicht so abriebfest und zäh wie dicke Felle von alten Tieren, die komplett anders klingen und meist schwerer zu spielen sind bzw. eine deutlich längere Einspielzeit erfordern.

Die Auswahl des richtigen Trommelfells kann nur vom Spieler selbst getroffen werden. Für den unerfahrenen Spieler eignet sich deshalb ein universelles Trommelfell wie das EdlauerSelect optimal, da dies ein robustes, stimmstabiles und unkompliziertes Fell ist, das in keine spezielle Klangrichtung geht, aber ein breites Klangspektrum bietet. Darum ist dieses Fell das Standardfell bei der CoreLine. Ein Fell, bei dem man nichts falsch machen kann und das alle Spieltechniken erlaubt.

Der erfahrene Spieler wird durch Ausprobieren anderer Trommeln und Trommelfelle seinen eigenen, bevorzugten Klang finden, und damit auch das Trommelfell, das am ehesten seinem Klangempfinden entspricht. Hierbei gehen die Geschmäcker deutlich auseinander. Für den einen ist ein basslastiges, erdiges, weiches DRAGONSkin classic das Beste, für den anderen ein knackiges, lebhaftes Lambegfell oder Känguru das Optimale.

Deshalb sind die individuellen spielerischen und klanglichen Eigenschaften der einzelnen Trommelfelle für ein Musikinstrument wichtiger zu bewerten als die sich daraus ergebende Lebensdauer.

Ganz nüchtern aber deutlich gesagt kann man mit JEDEM Tipper das Trommelfell beschädigen.

Und um es auf den Punkt zu bringen: Beim Spielen geschieht genau das: Jeder Schlag auf das Fell erzeugt Reibung. Und diese Reibung erzeugt Verschleiß. Das ist eine unumstößliche Tatsache. Nur erzeugt diese Reibung nicht nur Verschleiß, sondern auch Musik. Und genauso wie sich die Saiten von Zupf- und Streichinstrumenten abnutzen und irgendwann erneuert werden müssen, so nutzt sich auch das Trommelfell ab. Jedes Trommelfell, auch Synthetikfelle. Neue Saiten sind meist erst einmal sehr stimmanfällig und brauchen eine gewisse Einspielzeit, bis sie stimmstabil sind und ordentlich klingen. Gleiches gilt für Trommelfelle.

Man kann die Lebenszeit eines Trommelfells in drei Lebensabschnitte einteilen:

  • Einspielzeit

    Das Trommelfell spannt sich aus, passt sich an die Form des Rahmens an, nimmt Inhaltsstoffe des Handschweißes auf, wird mechanisch durch Tipper bearbeitet.

  • Spielzeit

    In dieser Zeit hat das Fell sein volles Potential entfaltet und verändert sich klanglich nur noch langsam und mäßig. Die Dauer dieses Lebensabschnittes wird maßgeblich vom Spieler beeinflusst und kann viele Jahre, ja, sogar Jahrzehnte betragen.

  • Abbauzeit

    Das Trommelfell verliert endgültig seine innere Spannung und „Lebensfreude“. Durch mechanische Belastung kann das Fell rau, rissig und spröde werden und Risse oder Reibungslöcher entwickeln.

Einspielzeit

vom Spieler selbst

Das Trommelfell spannt sich aus, passt sich an die Form des Rahmens an, nimmt Inhaltsstoffe des Handschweißes auf, wird mechanisch durch Tipper bearbeitet.

Als „eingespielt“ bezeichnet man ein Trommelfell, das einen vollen Klang und gute Stimmstabilität erreicht hat. Dies kann je nach Trommelfell zwischen 2 Wochen und 2 Jahren liegen. Die meisten Trommelfelle sind innerhalb von 1-3 Monaten gut eingespielt.

Nicht nur die tatsächliche Spielzeit, sondern auch Ruhezeiten und das Einwirken von Handschweiß gehören zum Einspielen. Deshalb kann ein Trommelfell nur vom Spieler selbst eingespielt werden.

Spielzeit

Volles Potential

In dieser Zeit hat das Fell sein volles Potential entfaltet und verändert sich klanglich nur noch langsam und mäßig. Die Dauer dieses Lebensabschnittes wird maßgeblich vom Spieler beeinflusst und kann viele Jahre, ja, sogar Jahrzehnte betragen. Allerdings kann man auch innerhalb kürzester Zeit ein Trommelfell komplett ruinieren, z.B. mit beschädigten Tippern und einer falschen Spieltechnik.

Vor allem durch punktuelles Bespielen kann das Trommelfell sehr stark komprimiert werden und schwingt dann nicht mehr sauber aus. Hier kann man mehrmals im Laufe des Trommelfelllebens einen „Skin Reset“ durchführen. Durch Wässern des Trommelfells lockert sich die Fellstruktur wieder auf und das Trommelfell klingt wieder so wie es soll. Grundsätzlich ist der Hauptfeind des Trommelfells die Reibung.

Jede Maßnahme, die die Reibung verringert, verlängert das Trommelfellleben. Man bedenke nur, dass sich jede Verbesserung im Spielstil bei jedem einzelnen Schlag, also millionenfach multipliziert. Deshalb variiert die Spielzeit eines Trommelfells von Spieler zu Spieler erheblich.

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Möglichkeiten des Spielers, die Spielzeit zu verlängern

Optionen

  • ein flacher Spielwinkel des Tippers verhindert ein Kratzen auf dem Fell und verringert die punktuelle Reibung. Bei einem steilen Spielwinkel besteht die Gefahr des „Hineinstechens“ des Tippers/der Hotrodstäbchen in das Fell. Dies führt zwangsläufig zu Kratzern und Haarrissen und raut die Oberfläche auf wie ein Schleifpapier.

  • minimaler Kraftaufwand bei Schlag- und Fellhand. Die Trommel muss schwingen können, arbeiten können. Unnötiges Abdämpfen kostet nur Energie und erzeugt mehr Druck und Reibung.

  • falls möglich, die Trommel während des Spielens ständig etwas drehen. Dies verteilt den Handschweiß und die mechanische Bearbeitung durch den Tipper gleichmäßiger und führt so zu einem gleichmäßigeren Bespielen und einer höheren Stimmstabilität.

  • Tipperauswahl. Siehe unten.

Abbauzeit

Der Kreislauf

Das Trommelfell verliert endgültig seine innere Spannung und „Lebensfreude“. Durch mechanische Belastung kann das Fell rau, rissig und spröde werden und Risse oder Reibungslöcher entwickeln. Nun ist das „zweite Leben“ der Tierhaut beendet, und sie kann dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden. Auch Synthetikfelle sind einmal „ausgespielt“ und klingen nur noch dumpf und flach. Dann ist ein neues Trommelfell nötig und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Tipperauswahl

kleine Tipperkunde

Physikalisch betrachtet ist die Hauptaufgabe des Tippers, das Fell mittels Reibung in Schwingung zu versetzen. Es ist also ein Werkzeug. Wie jedes andere Werkzeug auch, egal ob stumpfer Hammer oder scharfes Küchenmesser, führt ein unsachgemäßer Gebrauch zu Verletzungen beim Benutzer oder am Werkstück und kann das Werkzeug selbst beschädigen.

Ähnlich verhält es sich mit den Tippern: Je größer die Klangmöglichkeiten, desto fragiler der Tipper oder/und höher die Verletzungsgefahr für das Trommelfell.

Beispiele:

Ein Massivholztipper mit großem, gerundeten Kopf hat eine große Schlagfläche, also große Druckverteilung, folglich besteht minimaler punktueller Druck, aber ein relativ dumpfer Klang. Ein Massivholztipper mit kleinem, scharfkantigen Kopf erzeugt einen präzisen, knackigen, definierten Klang, erzeugt auf dem Fell aber einen hohen punktuellen Druck mit viel Reibung. Ein flacher Spielwinkel hilft hier bei optimalem Klangergebnis, die punktuelle Reibung erheblich zu reduzieren.

Bei Klicktippern sorgen Längsschnitte für den unverwechselbaren klickenden Klang. Um das Fell nicht zu beschädigen, sind die Flanken und Schlagflächen entgratet. Ein flacher Spielwinkel ist hier absolut notwendig, da bei einem steilen Spielwinkel das Fell durch „Hineinstechen“ beschädigt wird und die Flanken des Tippers abbrechen können.

Hotrod-Tipper bestehen aus vielen einzelnen Stäbchen, die wiederum aus Holz, Bambus oder Faserwerkstoffen bestehen. Meist kann der Öffnungswinkel mit Gleitringen eingestellt werden. Da beim Auftreffen auf das Fell mehrere Schlagpunkte gleichzeitig entstehen, sind diese Tipper wegen ihres vollen Klangs sehr beliebt. Hier ist ebenfalls ein flacher Spielwinkel angebracht, da sonst ein Vielfaches an Schlagreibung auftritt. Ein steiler Spielwinkel wirkt hier wie ein Schleifpapier und raut das Trommelfell auf.

Achtung bei loser Kleidung/Schals/Halstüchern und langen offenen Haaren! Die Stäbchen können sich verfangen und abbrechen.

Beschädigte Hotrods sind eine große Gefahr für das Trommelfell und müssen unbedingt repariert oder ersetzt werden!

Pinsel/Bürstentipper haben am Schlagende Tierhaar oder Fasern von Pflanzen oder aus Kunststoff. Diese können das Fell fast nicht beschädigen, jedoch erhöht ein flacher Spielwinkel die Lebenszeit der Fasern.

Gesplisste Bambustipper (zerfaserte Schlagenden) haben einen sehr weichen Anschlag und eigenen sich wegen dem hohen Bassanteil vor allem für leise, basslinienarte Begleitungen. Durch den hohen Faseranteil entsteht hier grundsätzlich viel Reibung. Ein flacher Spielwinkel ist absolut notwendig! Am besten eignen sich diese Tipper für den Einsatz auf Synthetikfellen, die grundsätzlich abriebfester sind.

Sonderfall Bambus

Immer wieder tauchen explizite Warnungen vor Bambustippern auf. Bambus ist kein Holz im klassischen Sinne, sondern ein verholzendes Gras mit Siliziumdioxid-Einlagerungen. Diese mineralischen Einlagerungen können in der Tat messerscharfe Flanken aufweisen, die wie Schleifpapier wirken. Durch fachmännisch bearbeitete Schlagflächen (runden, schleifen) entsteht jedoch ein einzigartiges Grundmaterial für Tipper. Der Klang von Bambus-Hotrods ist präsent, knackig und mit einem feinen Klickgeräusch. Dies macht Bambus-Hotrods zu einer einzigartigen, unvergleichbaren Klangoption, zu der man von einem Qualitätshersteller sorglos greifen kann.

Auch hier gilt wieder: ein flacher Spielwinkel ist unabdingbar, um die Lebenszeit von Trommelfell und Tipper zu optimieren.

Fazit

Verantwortung

HEDWITSCHAK DRUMS und MOISES TIPPER arbeiten seit vielen Jahren an der Entwicklung und Verbesserung von Trommelfellen und Tippern. Unsere Aufgabe sehen wir darin, mit unseren Produkten ein möglichst weites Feld an Klangoptionen und Spielmöglichkeiten für den Musiker zu schaffen.

Es liegt in der Verantwortung des Spielers, diese Produkte ordnungsgemäß zu benutzen und sie zu pflegen. Ein regelmäßiger Tipper-Check, bei dem alle Schlagflächen sorgfältig inspiziert und gegebenenfalls entstandene scharfe Enden sorgfältig geschliffen werden, sollte für jeden Spieler eine Selbstverständlichkeit sein. So werden Sie garantiert viel und lange Freude an unseren Produkten haben!

Christian Hedwitschak, Stevie Moises und Rolf Wagels

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Ratgeber Bodhránkauf

Ratgeber Bodhránkauf


Eine der häufigsten Fragen, die mir immer wieder gestellt werden, ist die Frage:

Welche Trommel soll ich kaufen? Da gibt es natürlich immer wieder unterschiedliche Ansprüche und Finanzvorgaben, daher ist eine pauschale Antwort schwierig. Ich will dennoch versuchen, hier ein paar Tipps zusammenzustellen.

Was nicht?

Don'ts

Fangen wir mit dem an, was man nicht kaufen sollte. Dazu gehören nach meiner Ansicht Trommeln, die aus unbekannten Quellen stammen oder industriell hergestellte Felle haben. Hierzu ein paar Erklärungen: Bei ebay oder in Musikläden (auch in Irland) findet man häufig Trommeln, die billigst aus Fernost importiert wurden und hier unter 100€ verkauft werden.

Das Fell dieser Trommeln ist meist steinhart, und klingt nicht so, wie man sich das eigentlich wünscht: Schön bassig, saubere Mitten, knackige Höhen. Oft sind diese Trommeln auch noch mit einem keltischen Muster oder einem Guinness Logo versehen. Diese Bodhráns taugen ausschließlich dazu, sie an die Wand zu hängen. Mehr nicht.

Niemand weiß, wo das Fell herkommt, mit welchen Chemikalien es von wem unter welchen Bedingungen (Löhne, Tierhaltung etc.) behandelt wurde. Die meisten Bodhráns dieser Art kommen aus Pakistan. Selbst in Irland findet man derartige Trommeln! Wieviele enttäuschte Gesichter habe ich schon in meinen Workshops gesehen, als ein der Besitzer einer solchen Bodhrán zum ersten Mal einen Vergleich zu einer Qualitätstrommel hatte...

Was soll man denn kaufen?

Do's

Was zeichnet aber nun eine Qualitätstrommel aus?

Ein guter Klang, saubere Verarbeitung, lange Haltbarkeit, Spielbarkeit generell (bei einigen billigen Trommeln passt die Hand kaum unter das Kreuz).

Dabei spielen sicher viele Faktoren eine Rolle, die Hauptsache ist jedoch das Fell, das Stimmsystem, der Rahmen und die Verarbeitung.

Das Fell

Dieses wird in der Regel aus Ziegenhaut gegerbt, manchmal auch aus Kalb oder Känguruh, auch Emu, Hirsch und Greyhound habe ich schon gesehen. Dieser Prozess braucht Zeit, was sich das leider auch im Preis widerspiegelt.

Bei schnell hergestellten Fellen werden häufig Chemikalien hinzugegeben, die vermeidbar wären. Wenn man ein Fell anfasst, sollte es geschmeidig und nicht hart und kratzig sein. Ein bemaltes Fell ist nicht zu empfehlen.

Häufig wird das Fell zur Vermeidung von einem Überschuß an Obertönen abgeklebt, entweder mit Tape außen oder mit einem Fellring innen. Das Tape außen erlaubt die komplett freie Handbewegung innen am Fell, und man kann es genauer "einstellen", d.h. mal mehr und mal weniger tief tapen. Ebenso ist es möglich, das Tape einfach zu erneuern.

Das Fell bestimmt den Klang der Bodhrán am meisten. Es gibt weiche Felle, knackige Felle, dicke Felle, dünne Felle. Alle haben eine gewisse Charakteristik, die ich hier bei dem jeweilgen Trommelmodell in der Beschreibung aufgeführt habe.

Viele Felle brauchen eine gewisse Einspielzeit, das kann bis zu einem halben Jahr dauern, bis die bodhráns ihr volles Potenzial erreichen. Dennoch klingen die hier angeboteten Trommel sehr gut out of the box (Ausnahme TrHED, die eine lange Einspielzeit benötigt)

Das Stimmsystem

Von nicht stimmbaren Trommeln ist abzuraten. Die Naturfelle reagieren auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit und zwingen damit den Spieler in einem Tonbereich zu spielen, den er gar nicht will. Nicht stimmbare Trommeln müssen mit Wasser entspannt und mit Hitze gespannt werden. Das ist auf Dauer unpraktisch. Also stimmbar.

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    CH Werkzeugloses System

    Ohne Werkzeug mit Sterngriffen - Hedwitschak

    Das Mehrpunktstimmsystem mit leichtgängigen, offen liegenden Kreuzgriffen ermöglicht präzises und schnelles Stimmen ohne Werkzeug und läßt sich dank der Viererteilung mühelos und übersichtlich bedienen. Die Innenform des Stimmrahmens schmiegt sich angenehm an die Fellhand und sorgt so für ein komfortables Spielgefühl.

  • RWE bodhran stimmsystem

    CH Kompressorstimmsytem

    Werkzeugloses Kompressorstimmsystem - Hedwitschak

    Die RWE ist mit einem werkzeuglosen Kompressorstimmsystem ausgestattet. Dabei handelt es sich um einen trichterförmigen, verhältnismäßig hohen Fellauflagerahmen, welcher durch seine spezielle Form und Beschaffenheit die Obertonstruktur, und damit das Klangbild der Trommel positiv beeinflusst.

  • inbus ::bodhran-info:: – Uncategorised - Page #3

    Integriertes System

    Im Rahmen integriert - Norbert Eckermann

    Das System benötigt einen Inbus Schlüssel und ist im Rahmen integriert. So kommt es ohne zusätzlichen Stimminnenrahmen aus, was es zu einem schlanken System macht. Wie bei allen integrierten Systemen ist ein eventuelle Wartung schwieriger als bei offen liegenden Systemen.

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    klassisches System

    mit Werkzeug und Stimmring - Bodhrán aus Pakistan

    Viele Bodhráns werden mit diesem System ausgeliefert, die Schraubenköpfe können unterschiedliche Formen und Dimensionen haben. Die Schraube drückt den inneren Stimmring nach unten.

Der Rahmen

Dieser sollte stabil, und aus hochwertigem Holz hergestellt sein.

Zu dünne, billige Rahmen können sich verziehen. Massivholz oder Schichtholz ist besser als Sperrholz. Natürlich sollte der Rahmen sauber verleimt sein und keine scharfen Kanten haben. 

Die Rahmenform (Durchmesser und Tiefe) haben nur einen begrenzten Einfluss auch den Klang. Ein tieferer Rahmen komprimiert den Klang etwas und ein flacherer Rahmen klingt offener. Es ist jedoch ein weit verbreitetes Gerücht, dass große Trommeln mehr Bass haben. Wichtig ist der Durchmesser und auch die Tiefe des Rahmens vor allem für den Spielkomfort. Auch da gilt: Die naheliegende Idee, dass große Menschen immer eine große Trommel brauchen, ist nicht korrekt. Faktoren wie die Armlänge und auch die Spieltechnik spielen ebenfalls eine Rolle. Ich bin 2 m groß, spiele aber eine Trommel mit 37 cm Durchmesser, trotz langer Arme.

Ein Kreuz wird heute nicht mehr benötigt. oft ist es im Weg und zu nahe am Fell. Einige wenige Spieler mögen eine Crossbar, eine eine Strebe mit ausreichend Abstand zum Fell. Das kann helfen, noch mehr Druck auf das Fell auszuüben.

Ein cut out, also ein Ausschnitt kann bei tiefen Trommeln zum Einsatz kommen. Allerdings birgt dies auch diverse Nachteile: Zum einen legt damit der Maker bereits fest, wie der Spieler die Trommel halten muss und zum anderen gibt es Spieler, die ihre Trommel regelmäßig drehen, auch das ist mit dem cut out nicht möglich. Ich selbst bin kein Freund des cut outs, denn eine gewisse Rahmentiefe bringt auch Stabilität beim Spielen.

Was ist sonst noch zu beachten

Wo kaufen?

Normale Musikläden bieten kaum Bodhráns an, wenn dann häufig wieder Billiginstrumente. In meinen Showroom kann man jederzeit nach Absprache kommen und sich durch das gesamte Hedwitschak und Moises Programm (Bodhráns und Tipper) trommeln. Weiterhin bieten sich die von mir durchgeführten Workshops an, um dort aus der gesamten Auswahl eine Trommel zu finden. Ebenso wird dort Zubehör wie Sticks oder Taschen angeboten.

Online Bestellen?

Sollte ein Ausprobieren nicht möglich sein, so hat man bei einer Bestellung im Shop natürlich auch ein 14-tägiges Rückgaberecht. Es spricht für die Qualität der angebotenen Hedwitschak Bodhrans, dass vom Widerrufsrecht auch bei über tausend verkauften Bodhráns bislang genau einmal Gebrauch gemacht wurde! Und wir sorgen auch dafür, dass die Trommeln den Beschreibungen entsprechen und versuchen gleich bleibende Charakteristika abzuliefern.

Youtube, Konzerte, Aufnahmen

Was man bei Youtube, in Aufnahmen, in Konzerten etc. gehört hat, ist ein Produkt aus dem Trommelsound, dem Können des jeweilgen Spielers, der Mikrophonierung, der Abmischung, der Kompression bei youtube und den eigenen Lautsprechern. Das kann also nur bedingt den tatsächlichen Sound einer Trommel widerspiegeln.

Hört man den Unterschied in den unterschiedlichen Preisklassen?

Ja. Ich habe mit einem Bodhrankurs (18 Teilnehmer) einen zweifachen Blindtest mit verschiedenen Herstellern und Preisklassen gemacht (ich spiele die Trommel, die Schüler haben bewertet ohne zu sehen, welche Trommel ich in der Hand hatte, 2 Durchgänge, dann wurde der Mittelwert der Bewertung ermittelt). Dabei hatten dann in der Tat die teureren Trommeln die Nase vorn.

Wen fragen?

Einige Links im Netz erleichtern vielleicht auch die Entscheidung. Das deutsche Bodhran-Forum ist Anlaufpunkt für alle deutschsprachigen Bodhranspieler und hier wurden auch schon oft Tipps zur Anschaffung gegeben. Auf Facebook gibt es inzwischen auch Anlaufstellen.

Und natürlich kann man jederzeit mich kontaktieren, ich helfe gerne weiter und biete die Erfahrung aus nahezu 30 Jahren professionellem Bodhranspiel.

Was soll man denn nun kaufen?

Welche Trommeln ich bevorzuge sieht man in meinem Shop.

Ich verkaufe nur Trommeln, hinter denen ich voll stehen kann, als Hedwitschak Premium Partner bin ich an der Entwicklung einzelner Modelle mit beteiligt.

Die Bodhráns von Christian Hedwitschak halte ich für die besten am Markt. Außerdem legt Christian Hedwitschak Wert auf kurze Transportwege der Materialien, faire Bezahlung der Lieferanten und Mitarbeiter und auf eine Materialauswahl, die auf Nachhaltigkeit beruht.

Das heißt nicht, dass alle anderen schlechte Trommeln bauen.

Hier eine Liste weiterer Hersteller: Seamus O'Kane, Diarmaid O'KaneBen MarchMichael VignolesAlberto AlfonsoBrendan White, Brendan de Faoite, Seanie McGrathRobert ForknerDavy Stuart, Victor BarralMance Grady, Beagan drums, Finnegan Hill Percussion oder Norbert Eckermann. (Sicher habe ich einen in der Liste vergessen, daher erhebt diese auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

Weiterlesen

Tiefer eintauchen

Für mehr Informationen zu Christian Hedwitschaks Bodhráns, den verschiedenen Serien und der dahinter stehenden Philosophie bitte hier weiterlesen:

zu den Infos über unsere Bodhráns

Für mehr Informationen zu Stevie Moises' Tippern, den verschiedenen Serien und der dahinter stehenden Philosophie bitte hier weiterlesen:

zu den Infos über unsere Tipper

Für mehr Informationen zu den bei den Tippern verwendeten Hölzern, bitte hier weiterlesen:

zu den Infos über Hölzer

Für mehr Informationen zu den durch die Bauform erzielbaren Klänge, bitte hier weiterlesen:

zu den Infos über Klänge

Für mehr Informationen zu Fellen und ihre Interaktion mit Tippern bitte hier weiterlesen:

zu den Infos über Fell und Tipper

Infos zu Konstruktionsmerkmalen

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Tourtagebuch Schottland

Tourtagebuch Schottland

Wir waren im Januar auf CD Release tour mit Cara...und Gudrun hat Tagebuch geschrieben! Hier ist das Resultat:

Ein fünffaches Helau – oder Hallo – aus Cara-Land!
Auf vielfachen Wunsch unserer daheimgebliebenen Fans und Freunde habe ich ein kleines Tourneetagebuch unserer CD-Release Tournee mit Schwerpunkt Schottland verfasst und mit ein paar Fotos von Steffen, Rolf und Hendrik bebildert.

Bevor unsere Reise nach Schottland führte, hatten wir die ersten 6 CD-Release-Konzerte in der Schweiz und in Deutschland und davor zwei intensive Tage Generalprobe, einen davon mit unseren Tontechnikern Steffen und Ingo in der Rätschenmühle in Geislingen (Danke ans Rätsche-Team!!). Die Premiere des neuen Programms in der Schweiz (Dübendorf) am 15.1. war aufregend und lief sehr gut. Unser netter Veranstalter Rolf brachte uns sogar Sekt in die Garderobe, um nach dem Konzert auf die Premiere anzustoßen!

Das Heimspiel in Esslingen am 16.1. war uns ein Fest! Volles Haus, beste Stimmung und viele, viele bekannte Gesichter – einige reisten sogar aus dem hohen Norden an...  Weiter ging es dann am 20.1. in Haßfurt, 21.1. in Niederstetten, 22.1. in Feuchtwangen und schließlich am 23.1. in Kitzingen, unserem letzten Stop vor Abflug. Alle Konzerte waren super besucht und unsere neuen Songs und Tunes machen uns selbst großen Spaß (den Leuten auch, glaube ich;)). Außerdem haben uns auf diesem Tourneeabschnitt beschäftigt:

Hendriks neues Rohrblatt – ein echtes Event unter Pipern,

Jürgens Geburtstag in Niederstetten mit Cara-Disko und Bar-Piano,

Rolfs Bestellung á la Obelix in Feuchtwangen („für mich auch zwei Wildschweine“), der Besuch meiner Patentochter (19 Monate) in Feuchtwangen, die das ganze Konzert lang durchgehalten hat,

ein Besuch im Aqua Sole Kitzingen,

und schließlich unser Equipment flugtauglich zu verpacken. Selbst meinen dicken Pulli, der nicht mehr in meinen Koffer passen wollte, konnten wir gewinnbringend als Polsterung im Rack verwenden:

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    Abflug

    und schließlich unser Equipment flugtauglich zu verpacken. Selbst meinen dicken Pulli, der nicht mehr in meinen Koffer passen wollte, konnten wir gewinnbringend als Polsterung im Rack verwenden:

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    Ankunft

    Am 24.1. brechen wir in aller Herrgottsfrühe in Kitzingen auf, um rechtzeitig für unseren Abflug in Frankfurt zu sein. Als dort endlich alle Gepäckstücke und Sondergepäckstücke eingecheckt sind, ist noch Zeit für ein kleines Selfie!
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    Ankunft

    In Edinburgh angekommen sammeln wir unser ganzes Geraffel wieder ein und werden vom Celtic Connections Shuttle (schön, mit Schild..) abgeholt und nach Glasgow zum Festival gefahren. Celtic Connections ist das größte Folkfestival Schottlands und erstreckt sich über drei ganze Wochen im Januar. Wer versucht, alle drei Wochen dabei zu sein, kann sich danach eigentlich gleich für eine Kur anmelden.
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    1.Ziel

    Unser erstes Ziel ist aber nicht das Festival selbst, sondern BBC Scotland, wo der bekannte Moderator und Musiker Bruce McGregor „Travelling Folk“ produziert, eine hochkarätige Live-Sendung, bei der mehrere Bands und Künstler live im Studio spielen. Jürgen und ich hatten bereits mit Litha das Vergnügen, im Rahmen von Celtic Connections 2012 bei Travelling Folk zu Gast zu sein. Damals sendeten wir aus einer Art Radio-Konzertsaal im Foyer. Dieses Mal bauen wir im Studio auf (s.Foto) – es werden keine Kosten und Mühen gescheut! Als wir erfahren, dass außer uns nicht nur die schottischen Musiker von ‚Dallahan’ und ‚Talisk’, sondern auch USA-Bluegrass-Ikone Tim O’Brien live in der Sendung (und im selben Studio) dabei sein wird, steigt die freudige Erregung... Und tatsächlich: Mr.O’Brien sitzt leibhaftig im gemeinsamen Aufenthaltsraum – ich husche schnell hin und stammle „I love your music“ – konnte ich mir nicht verkneifen, hatte ich doch gerade jetzt im Januar eine intensive Phase, in der ich die zwei Duo-Cds der Herren Tim O’Brien/Darrell Scott rauf und runter gehört habe! Ihn scheint es immerhin zu freuen.
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    BBC

    Die Sendung selbst dauert 2 Stunden und alle Musiker hören sich gegenseitig zu, was eine sehr freundschaftliche und kollegiale Atmosphäre schafft. Auch unser Mischpult findet nach anfänglicher Reiseübelkeit (Touchscreen eingefroren) wieder zu seiner Top-Form zurück und wir können das Musizieren genießen.
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    BBC

    Bruce überrascht mich mit seiner völlig spontanen Frage nach der schottischen Musikszene in Deutschland, worauf ich das „Scottish Folk Festival“ erwähne, auf dem ich aber selbst nie war, da war ich ein bißchen zu jung... Daraufhin gesteht mir Bruce „off-mike“, dass er da vor vielen Jahren selbst dabei war und sich gerade ein bißchen alt fühlt... oh nein... Fettnapf-Alarm ;) aber er scheint es mir nicht übel zu nehmen.

    Hier gibt es übrigens einen Link zur unserem Teil der Sendung: http://www.bbc.co.uk/programmes/p03gk1t3

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    Festival

    Nach getaner Arbeit ist der Tag noch lange nicht vorbei: wir eilen zur Glasgow Art School, wo im ersten Stock der „Celtic Connections Festival Club“ sein neues Zuhause hat und wir bereits für unser Set erwartet werden. Die meisten Bands, die im Rahmen des Festivals größere Konzerte haben, werden im Festival Club für je eine halbe Stunde gebucht – so kann man zwischen 24 und 4 Uhr morgens meist noch einmal einen tollen Querschnitt der anwesenden Bands und Musiker sehen.

    Nach uns spielen die Tannahill Weavers und die Gordon Duncan Tribute Band, bei der unter anderem unsere Freunde Aaron Jones (von Litha und Old Blind Dogs) und Ali Hutton (Old Blind Dogs, Treacherous Orchestra) dabei sind. Innerhalb kürzester Zeit treffen wir so viele weitere Freunde und Bekannte (Ryan Murphy, unseren Ex-Piper, Fiona Hunter, die mit uns auf Burg Fürsteneck unterrichtet, Mike Vass, Ross Ainslie, Julie Fowlis, Duncan Chisholm...) dass man schnell den Überblick verliert! So übermannt mich dann auch während des Gordon Duncan Sets die bleierne Müdigkeit und der Ruf des Hotelbetts wird übermächtig....

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    Kids

    Wobei die Uilleann Pipes ganz klar der Gewinner des Tages sind. Alle Kids sind völlig begeistert von Hendrik und seinen Pipes! Da kann man natürlich mit einer Geige nicht im selben Maße punkten – auch wenn ich versuche, ein paar Attraktionen mit einfließen zu lassen („die Saiten wurden früher aus Katzendarm hergestellt.... iiih“).

    Die größeren Kids hatten in den Wochen vorher bereits "Yet We Sing" gelernt und wir haben den Song gemeinsam geprobt und schließlich auf Video aufgenommen – und schon wieder war ich ganz gerührt, es ist schon ein besonderes Erlebnis, gerade so ein Lied von einem Kinderchor zu hören...

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    Zeitung

    Die Zeitung war auch da, und hat uns mit einem schönen Artikel und „Picture of the Day“ gefeatured. Toll! Ein sehr intensiver Tag voller schöner Momente...

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    26.

    ... der aber noch nicht ganz vorbei ist, denn es steht noch ein Punkt auf der Tagesordnung, auf den ich mich schon lange freue: Essen gehen bei „Mother India“!

    Ich liebe indisches Essen, und wir haben dieses Restaurant 2013 ausprobiert, als wir mit Cara einen Zwischenstopp in Glasgow hatten – und seither freue ich mich auf ein Wiederschmecken ;)!!
    Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht!

    Dienstag 26.2.2016
    Am Dienstag morgen geht es dann um 9 Uhr zum Fernsehsender STV, neben der BBC der zweitgrößte Sender in Schottland, wo wir drei Songs aufzeichnen: Anchor In The Sky, Cain’s War und A Leaf For A Sail.  Also wieder Aufbau, Soundcheck, Probe, Make Up und: Action! Bis 14 Uhr sind wir beschäftigt.

     

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    Danach haben wir dann zei Stunden Freizeit und nutzen diese, um uns mit Aaron (von Litha) samt seiner Tochter Caitlin und seinen Eltern Billy und Carmel zu treffen:  

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    26.

    Danach geht es weiter zur WEST-Brauerei, die uns als Sponsoren unserer Tournee zur Seite stehen. Eine deutsche Firmenchefin, die in Schottland deutsches Bier braut und fand, dass wir als deutsch-schottische Band super zu ihrem Produkt passen, und ein Sponsoring, welches durch einen Tweet ausgelöst wurde! J

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    Wir treffen und beschnuppern uns mit Petra, der Chefin, weil auch für die Zukunft eine Zusammenarbeit für beide Seiten gut vorstellbar wäre. Das Bier müssen wir natürlich auch probieren: es schmeckt sehr lecker, eine Kombination zwischen einem Hellen Bier und einem Pils. Dazu gibt es ofenwarme Laugenbrezeln, kaum zu fassen!

    Das Malz heißt "Cara" - welch ein Zufall!!!

    Am Abend sind wir mit unserem Ex-Piper Ryan im „Lismore“ zur Session verabredet, gemeinsam mit Musikern von „Rura“ und „Ìmar“ – tolle Tunes! Keiner zückt mehr die Kamera. ...

    Mittwoch, 27.1.2016
    Der Mittwoch bricht an und mit ihm der Tag für unser großes Konzert auf dem Festival. „Album Launch“ – also CD-Vorstellung ist angekündigt. Unser Opener sind ‚Calan’ aus Wales, die den ausverkauften Saal schon gut in Stimmung bringen – und dann sind wir dran!!!!

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    Das Konzert läuft super. Natürlich sind wir auch ein bißchen nervös, schließlich ist das Publikum vermutlich das fachkundigste, was man in Europa haben kann und setzt sich nicht nur aus ‚normalen’ Musikliebhabern oder gar Fans zusammen, sondern auch aus Veranstaltern aus aller Welt! Aber unsere neuen Songs kommen auch hier bestens an, und der anschließende CD-Verkauf mit Autogrammstunde ist überwältigend – so viele nette und begeisterte Kommentare zur Band und zur Musik...

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    Danach müssen wir natürlich ein bißchen feiern!

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    Donnerstag, 28.1.2016
    Am Donnerstag heißt es dann aber wieder früh aufstehen und die lange Fahrt nach Inverness antreten, zum Konzert im 'Eden Court Theatre'. Die Fahrt von Glasgow nach Inverness ist landschaftlich sehr spektakulär. Die schneebedeckten schottischen Highlands und die Weite lassen das Schottland-Feeling so richtig aufkommen!

    Unser Venue ist sehr schick:

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    Nach dem Konzert gilt es dann, schnell alles einzupacken und den halben Weg zurückzufahren (3 Stunden, bis Perth). Dort haben wir in einem Hotel 5 Stunden Aufenthalt (schnell schlafen!!), dann geht es direkt weiter, zurück nach Glasgow, wo Kim und ich beim Messestand auf dem "Showcase Scotland" (einer Art Kulturbörse für Veranstalter) die Stellung halten, und den Veranstaltern CARA (und Freibier vom Sponsor!) näherbringen.

    Freitag, 29.1.2016

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    Die Jungs haben frei und gehen mit Ryan Burger essen.

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    Nach 5 Stunden Messestand werden wir wieder abgeholt und unser Tourbus (gefahren übrigens von Lissa, unserer unvergleichlichen Road-Managerin und „guten Seele“, und von Rolf) setzt sich Richtung Dunfermline in Bewegung. In der ehemaligen Hauptstadt Schottlands steht alt und ehrenwert die „Carnegie Hall“ – ein beeindruckendes historisches Gemäuer, welches zwar prunkvoll aussieht, aber was Isolierung und Heizung angeht doch möglicherweise überholungsbedürftig wäre..

    Aber dafür haben wir ja Schottland-kompatible Kleidung eingepackt!! Und so wird es ein sehr schöner Konzertabend, der wieder (!) mit Standing Ovations endet.

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    29.

    Anschließend geht es zu Kim nach Hause, im Edinburgher Stadtteil Leith – wir lassen den Abend bei Snacks und Getränken auf der Couch ausklingen.

    Samstag, 30.1.2016
    Heute ist Kims großer Tag! Das Heimspiel in Edinburgh in der Queen’s Hall steht an, der Vorverkauf läuft super und im Publikum werden sämtliche Familienmitglieder, Freunde, Bekannte und Kollegen sein, Chorkinder und ehemalige Klavierlehrerin inbegriffen, und alle sind gespannt darauf, „Kims neue Band“ zu erleben.

    Dementsprechend sind wir noch einmal bereit, alles zu geben!! Es wird ein großartiger Abend... Auch für mich ist es etwas ganz Besonderes, sind doch zwei Musiker im Raum, die mich schon als Teenager inspiriert haben, diese Art Musik zu machen (und den Berufswunsch „tourende Folkmusikerin“ zu entwickeln): John Martin von den „Tannahill Weavers“ und Mary Macmaster von den „Poozies“. Wer hätte das gedacht, dass die mal in Schottland zu einem Cara-Konzert gehen.. ich mit 17 hätte es jedenfalls nicht geglaubt.

    Jedenfalls spielen wir das Konzert in Höchstform, ich bin so stolz auf uns. Als Kim uns gesteht, dass ihre Freunde uns „The Naked Germans“ nennen (wegen unseres kleinen Wellness-Hobbys), macht das die Ansage zu „The Naked Man In The Whirlpool“ natürlich zu einem großen Lacherfolg. Emotional wird es, als wir uns in schöner Hollywood – Manier auf der Bühne beieinander für die tolle gemeinsame Zeit bedanken (sowohl Kim als auch ich haben da insgeheim was vorbereitet, was dann die jeweils andere mit Kloß im Hals kurz außer Gefecht setzt... ;) – ein bißchen kitschig, aber da durch und durch aufrichtig gemeint und von Herzen kommend, kann man auch einfach dazu stehen! Das Publikum feiert jedenfalls ausgelassen mit uns und stellt auch gesanglich alles bisher Dagewesene in den Schatten (Yet We Sing!!!! Großartig!). Und wieder gibt es Stehbeifall, und wir sind erschöpft aber glücklich!

    Kim sagt, dass dies das schönste Konzert ‚ever’ für sie war – eine große Ehre, finde ich.

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    Sonntag, 31.1.2016
    Der letzte Tag bricht an, und wir haben uns wieder einmal was vorgenommen:

    Wir fahren nach Glasgow, wo wir uns in einem Gewölbekeller hinter einem Fitnessstudio mit Louise Mather, einer Filmemacherin, und ihrem Kollegen verabredet haben, um ein Musikvideo für Yet We Sing zu drehen.

    Es ist eiskalt. Bei etwa 3°C sieht man schön die Atemwölkchen vor dem Mund, aber wir lassen uns nichts anmerken sondern stehen entspannt in Sommerkleidung Modell – nur in den Drehpausen eilen alle schnatternd zum Wasserkocher und werfen sich alle verfügbaren Textilien über.

    Aber das Leiden lohnt sich, denn das Video ist super geworden.  

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    31.

    Mit ein paar Botengängen beschließen wir den Tag in Glasgow (zur West-Brauerei, das Werbebanner vom Messestand abgeben, in der Concert Hall vorbei unsere CDs mit dem Festival-Merchandise-Stand abrechnen) und fahren zum letzten Mal die Strecke zurück nach Edinburgh. Wir treffen uns wieder mit Lissa und Steffen, die derweil eine „Ghost Tour of Edinburgh“ gemacht haben, und gehen nochmal richtig lecker essen. Unsere Freundin Esther Kuck stößt zu uns, eine Musikerin aus Deutschland, die inzwischen seit 10 Jahren in Edinburgh lebt und wir lassen den Abend gemeinsam ausklingen

    Und am nächsten Morgen geht es zurück nach Deutschland. Eine tolle Tour, sehr anstrengend, aber sie hat sich rundum gelohnt!!! Ein riesiges Dankeschön an dieser Stelle nochmal an Kim, die als Konzertagentin UK großartige Arbeit geleistet hat, an Lissa, die uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen und uns sicher überall hingefahren hat, an unseren Soundmann Steffen, der Abend für Abend einen super Sound zaubert und ‚Life and Soul’ einer jeden Cara-Party ist, und an die Kollegen Rolf (Reiselogistik – für Schottland eine echte Herausforderung und ein kleines Meisterwerk) und Hendrik („Fixer of all broken things“, mehrfacher Retter meines kleinen, anfälligen Akkordeons!!) – und natürlich an Jürgen, meinen Musik- und Lebenspartner, Cara-Mitbegründer, Kapellmeister... „El Tigre“!

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    31.

    So, das war’s. Ein stürmischer Rosenmontag neigt sich dem Ende zu, am Freitag geht die Tour weiter, 9 Konzerte in Good Old Germany – wir freuen uns!

    Eure Gudrun 

Weiterlesen … Tourtagebuch Schottland

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Geschichte

Geschichte der Bodhrán


Geschichte der Bodhrán

Einführung

In den letzten 70 Jahren hat die Bodhrán eine Entwicklung durchgemacht, wie sie kaum einem anderen Instrument unserer Zeit widerfahren ist. Aber was war vorher?

Liam Ó Bharáin hat neben einigen anderen grundlegende Forschung zum Thema Ursprung der Bodhrán durchgeführt und hier veröffentlicht. Auf Ihn beziehe ich mich in diesem Abschnitt.

Die Bodhrán ist eine Rahmentrommel, wie es sie in vielen verschiedenen Formen auf der ganzen Welt verteilt gibt. Dennoch ist die Herkunft der Bodhrán ungeklärt. Ihre äußerliche Verwandtschaft zum Tambourin ist offensichtlich, aber einen Beweis, dass sie auf Handelswegen mit dem südlichen Europa nach Irland gekommen ist, wurde noch nicht gefunden.

Das Wort „Bodhrán“ stammt aus dem irischen bodhar, welches taub, stumpf, benommen oder auch dumpf bedeuten kann. Das Wort Bodharaí steht für einen hohlen Ton, den Klang einer Trommel und so weiter. Vom Wort bodhar leitet sich übrigens seit dem Mittelalter das engl. Wort „to bother“ ab. Bodhar ist heute nicht mehr im Gebrauch.

Der Ursprung

Frühe Anfänge

Der früheste Nachweis eines Gebrauchs des Wortes bhodhrán geht auf eine Schrift aus dem 15. Jhd. zurück, eine medizinische Anleitung, in der ein aufgeblähter Bauch mit dem Sound einer Trommel (bhodhrán) beschrieben wird. (Rosa Anglica, siehe Abbildung)

Auch in alten Lexikaeinträgen zeigt sich, dass das Wort Bodhrán vor 1827 schon in Gebrauch war.

Auf Abbildungen eines irischen Malers (Maclise), die ca. 1850 entstanden sind, sieht man eine Rahmentrommel, bei der die linke Hand des Spielers innen das Fell berührt und die rechte die typische Bewegung auszuführen scheint.

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    Bild 4

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    Bild 3

Daniel Maclise

Irischer Maler

Auf einer seiner Abbildungen, "Snap-Apple Night", basierend auf einer Halloween party in Blarney in 1833, sieht man eine Rahmentrommel, bei der die linke Hand des Spielers innen das Fell berührt und die rechte die typische Bewegung auszuführen scheint. Die Slideshow zeigt Ausschnitte aus dieser Abbildung.

(Daniel Maclise - * 25. Januar 1806, Cork, Ireland; † 25. April 1870 , Chelsea, Irish history, literary and portrait painter)

Die Bodhrán im 20. und 21. Jahrhundert

Ritualinstrument und Musikinstrument

Die Bodhrán spielte auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Rolle als Musikinstrument und wurde sicherlich in Sessions und bei Tanzveranstaltungen gespielt. Sie hat auch eine Rolle als rituelles Instrument. Heute werden die Übergänge als eher fließend angesehen.

Das Ritualinstrument

Die Wren Boys

Den Zaunkönig jagen

Schon vor den 1950er Jahren wurde die Bodhran am St. Stephens Day (26. Dezember) in einem Ritual gespielt, das als "Hunting the Wren" bekannt war. Die Wren Boys begleiteten die anschließende Zeremonie mit Pfeifen und bodhranähnlichen Trommeln.

Letztlich könnte der Ursprung ein Samhain- oder Mitwinteropfer und/oder -fest sein, da der Zaunkönig in der keltischen Mythologie als Symbol für das vergangene Jahr galt (der europäische Zaunkönig ist für seine Angewohnheit bekannt, auch mitten im Winter zu singen, und wird manchmal ausdrücklich als "Winterzaunkönig" bezeichnet); keltische Namen des Zaunkönigs (draouennig, drean, dreathan, dryw usw.) deuten ebenfalls auf eine Verbindung zu druidischen Ritualen hin.

Die Tradition könnte auch von skandinavischen Siedlern während der Wikingerinvasionen im 8. bis 10. Jahrhundert beeinflusst worden sein.

Der Zaunkönig soll angeblich St. Stephen verraten haben, aber auch schon vor der Christianisierung wurde er gejagt, so dass anzunehmen ist, dass sich die Kirche des heidnischen Feiertags bemächtigt hat und so ein Ritual christianisiert wurde. Die Wren Boys, die in einigen Gegenden auch Mummers genannt werden, ziehen mit Whistle und Bodhran umher.

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Wren Boys, Ireland 1947

Das Musikinstrument

Erste Hälfte des 20. Jahrhundert

Vor dem Folkrevival

Auch aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts gibt es inzwischen zahlreiche Hinweise auf den Einsatz der Bodhrán als Musikinstrument.

Bodhranmaker James "Sonny" Davey hat nicht nur für Touristen in den 1920er Jahren Bodhráns gebaut, sondern sah sich mit einer zunehmenden Nachfrage aus Musikerkreisen konfrontiert.

Aus den USA gibt es einige Aufnahmen traditioneller irischer Musik mit Rahmentrommel. Die Bodhrans der dermaligen Zeit hatten oft "Jingles", also Metallplättchen oder Münzen im Rahmen befestigt, ähnlich einem Tambourine.

Weiterhin gibt es Buchauszüge, die den Gebrauch der Bodhran bei musikalischen Zusammenkünften belegen.

Ging man also früher davon aus, dass die Bodhrán zunächst ein Ritualinstrument war und erst mit dem Folkrevival in den 1950ern und 1960ern den Weg in die irische Musik gefunden hat, so geht man heute von einen parallelen Gebrauch schon wesentlich früher aus.

James Davey, bodhran maker

James (Sonny) Davey

Bodhrán maker

Wie weitere Forschungen ergeben haben, fanden sich in einigen Bereichen Kerrys schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts einige Bodhránhersteller, die damals nicht nur für die lokalen Musiker, sondern auch schon für Touristen gebaut haben, die Bodhrán war also damals schon ein beliebtes Souvenir.

From Liam Ó Bharáin: Bodhrán: its origin, meaning and history
"James (Sonny) Davey, from Bunanadden, Ballymote in County Sligo, made his first bodhran some time between about 1917, when he was eight years of age, and 1920, when he was 12 (Schiller, 2001; Vallely, 1999). He related to Rina Schiller (2001) how the first bodhran he owned was made by an 'old flute player' and that he went to the crossroads (this would have been to crossroads dances) accompanying him on the bodhran.

He first made a bodhran himself for a man who approached him in a hall in Bunanadden 'where we were having a tune'. Davey was apparently accompanying the fiddler Fred Flynn at an event in the hall. James relates that he was shown how to cure goatskin by a Donegal man.

He had a workshop organised and was making bodhrans commercially with an emphasis on the tourist trade by 1927. Some of these early bodhrans bore the inscription 'Souvenir of Ireland'. Schiller goes on to relate how he soon gave up the tourist trade to concentrate on making bodhrans in response to a strong demand for his product from musicians in Ireland." (Schiller, 2001; Vallely, 1999).

James Davey, bodhran maker

Erste Aufnahmen

Tambourine oder Bodhrán

Die ersten Aufnahmen von Tambourine oder Bodhrán stammen aus Amerika. Die irische Musik ist mit Emmigranten nach USA ausgewandert und war dort sehr beliebt in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die ersten beiden Aufnahmen stammen von Tom Morrison and flute player John Reynolds:

Dunmore Lassies / Manchester Reel / Castelbar Traveler:  

Sweet flowers of Milltown / The boys from Knock

Die dritte Aufnahme stammt von Neal Smith mit fiddle player Packie Dolan:

First of May

 

James Davey, bodhran maker

Willie Reynolds

Zeitzeuge

In seinem Buch: „ Memories of a music maker” beschreibt piper und button accordion player Willie Reynolds seine Erlebnisse als Musiker in der Zeit um 1930-1945.
Hier beschreibt er eine Szene bei einer Session in Colly’s of Washford, Ballymore, ca. 1941 – 1942.

“I saw as many as a dozen musicians perform.”, and then “You had the old man playing the fiddle and the two sons Tommie and Tim piping. Then there were Dan Molloy, Mick Kincaid, Tom Carty (all fiddlers) and a couple of Bodhrán players.”

"Ich habe bis zu einem Dutzend Musiker gesehen", und dann "Der alte Mann spielte Geige und die beiden Söhne Tommie und Tim spielten Dudelsack. Dann waren da noch Dan Molloy, Mick Kincaid, Tom Carty (alles Fiddler) und ein paar Bodhrán-Spieler."

Im Buch werden diverse Bodhranspieler namentlich erwähnt:
Paddy Wade, Davy Norton, Paddy Kelly, Pat Kilduff, Ted Cahill, Davy Fallon, Jim (Gandhi) Daly, Peter Cassells.

Davy Fallon wird später der erste Bodhránspieler der Chieftains. Er war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr der Jüngste und galt als erfahrener Bodhránspieler. Auch das zeigt, dass die Bodhrán schon vor dem Folkrevival eine Rolle gespielt haben muss, irgendwo muss er ja seine Erfahrungen gesammelt haben.

Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts

Nach dem Folkrevival

Als Sean O'Riada in den 50er Jahren anfing, traditionelle irische Musik auf die Bühne zu bringen, hat er beschlossen: "The Bodhrán is the national drum". Damit war der Weg frei und im Laufe der Zeit hat sich die Trommel über Bands wie die Chieftains weiter verbreitet.

Die Trommel hat sich immer weiter entwickelt und das geschieht auch heute noch, da es immer wieder innovative Ideen gibt. Vom Stimmsystem über verschiedene Rahmentiefen und Dimensionen bis hin zu verschiedenen Fellarten wurde und wird viel experimentiert.

Die ersten Bodhráns waren eher laut und von geringer Qualität. Die Spielweise war entweder mit einem Stick oder mit der Hand, die Fellhand berührte das Fell nicht, manchmal gab es Schellen, die am Rahmen befestigt waren.

Im Lauf der Zeit wurde der Sound bereinigt: Die Schellen verschwanden, das Fell wurde mit der Fellhand abgedämpft und die Spieltechnik verfeinert.

Spieler wie Peadar Mercier, Johnny "Ringo" McDonagh oder John Joe Kelly haben in den letzten Jahrzehnten die Trommel und die Spieltechnik dahin gebracht, wo sie jetzt steht.

Peadar Mercier hat als Bodhránspieler der Chieftains die Trommel in den 60er Jahren erstmals in einen Bandkontext gebracht und in Arrangements miteinbezogen. Johnny McDonagh war einer der ersten die das Fell mit der linken Hand abgedämpft hat und somit die Tonhöhen verändert hat.

John Joe Kelly hat Rhythmen aus anderen Musikrichtungen während der 90er Jahre in sein melodiöses Spiel eingebracht.

Mit dabei waren innovative Bodhranhersteller und Tippermaker, die die Trommel und die Tipper auf ein neues Niveau gehoben haben. Dazu zählen Seamus O'Kane, Darius Bartlett, Victor Barral, Brendan White und Christian Hedwitschak sowie Tippermaker wie Ralf Siepmann, Gordon Falconer, David Draeger und Stevie Moises.

Sean O

Seán Ó Riada

Der Innovator

Seán Ó Riada (bürgerlich John Reidy; * 1. August 1931 in Adare, County Limerick; † 3. Oktober 1971 in London) war als Komponist und Bandleader eine einflussreiche Persönlichkeit der Renaissance der traditionellen irischen Musik in den 1950er und -60er Jahren, nicht zuletzt durch seine Band Ceoltóirí Chualann, seine Kompositionen und Radiosendungen.
Von 1961 bis 1969 war Seán Kopf der Formation Ceoltóirí Chualann. Obwohl sie in dunklen Anzügen mit Krawatte auftraten, spielten sie traditionelle Stücke. Seán spielte in dieser Formation u.a. die Bodhran. Die Mitglieder von Ceoltóirí Chualann entsprachen im Grunde denen der 1962 von Paddy Moloney gegründeten Chieftains.

Bodhrans Auswahl

Peadar Mercier

The Chieftains

Er wurde als Mitglied der Chieftains bekannt. 1966 folgte er David Fallon als zweiter Bodhrán-Spieler der Chieftains. Er spielte bei ihnen bis 1976, als er von Kevin Conneff abgelöst wurde. Er ist auf den Alben Chieftains 2 bis 5 zu hören und hat auch mit Dolores Keane and the Reel union (There was a maid, 1978) und auf dem Album "Tin Whistles" von Paddy Moloney und Sean Potts (1973) gespielt. Sein Sohn, Mel Mercier, ist ebenfalls als Bodhrán-Spieler bekannt.

Bodhrans Auswahl

Johnny McDonagh

De Danann

Aus Celtic Music Net:
Wie kein anderer erweiterte Johnny McDonagh als Perkussionist der Gruppe Dé Dannan in den 70er Jahren die technischen Möglichkeiten der irischen Rahmentrommel Bodhrán, er hält nach wie vor seinen Rang als einer der professionellsten Bodhrán- u. Bones-Spieler Irlands. Am 30. März 1951 wurde Johnny ‘Ringo’ McDonagh in Galway geboren.

Beeinflusst von den Experimenten Seán Ó Riadas, aber auch von Jazz- u. Rockperkussionisten wandte er sich der Rahmentrommel Bodhrán zu u. gründete 1975 mit Frankie Gavin, Alec Finn u. Charlie Piggot die bedeutende Band Dé Danann, deren schnelle Instrumentals von seinen Beats gejagt wurden. McDonagh, gründete Ende der 80er Jahre sein eigenes Ensemble Arcady. 

Bodhrans Auswahl

John Joe Kelly

Flook

John Joe Kelly gilt als einer der einfußreichsten Bodhránspieler der letzten Jahrzehnte.

Aufgewachsen in Manchester, wurde er in den 90er Jahren Mitglied der Gruppe Flook, mit der er mehrere CDs aufnahm.

Sein Stil ist modern, innovativ und hat Einflüße aufgenommen, die weit über die traditionelle irische Musik hinausgehen. Sein Spiel ist durch hohe tonale Differenzen gekennzeichnet, und er war einer der ersten, die komplette Schlagzeuggrooves auf der Bodhrán gespielt haben. Je nach Kontext ist er aber auch ein zurückhaltender, grooviger Sessionbegleiter.

Er damit ganze Generationen von Spielern beeinflusst.

Die letzten Jahrzehnte

Weiterentwickung und Innovationen

Spieler und Spieltechniken

Neben den oben genannten haben natürlich Spieler wie Jim Higgins, Junior Davey, Damien Quinn, Mossie Griffin, Donal Lunny, Christy Moore, Mel Mercier, Frank Torpey, Colm Murpyh, Rónán Ó Snodaigh (Kíla), Donnchadh Gough (Danu) und Tommy Hayes den Stil, den wir heute kennen, maßgeblich mitgeprägt und prägen ihn immer noch mit.

In neuerer Zeit kamen Spieler wie Martin O‘Neill (u.a. Stevie Wonder), Eamon Murray (Beoga), Cormac Byrne, Brian Morrissey, Colm Phelan (Goitse), Robbie Walsh, Aimee Farrell-Courtney, Siobhán O'Donnell, und viele, viele mehr hinzu, die alle zwar mit einem gewissen traditionellen Background ausgestattet sind, aber dennoch auch Einflüsse aus anderen Genres eingebracht haben.

Hinzu kommen Spieler, die aus dem Perkussionkontext kommen und die Bodhrán für sich als Instrument entdeckt haben. Dies bringt wieder neue Einflüsse in die gesamte Bodhrán Szene. Zu diesen Spielern gehören unter anderem Matthew Bell – Snare/Drumset/Perkussion, Andy Kruspe – Drum instructor, Stevie Moises – Drummer und Tippermaker und Dave Boyd - Perkussionist.

Junge Spieler wie Adam Brown (Imar), Eamon Nugent, Craig Baxter oder Joseph McNulty, James Hurrell O'Connor und James O'Connor zeigen, dass wir noch viele Jahre viel Freude and sehr guten Bodhránspielern haben werden. (Diese Listen haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit!)

Herstellung

All diese Spielstile stellen auch neue Herausforderungen an Klang und Spielbarkeit der Trommeln. Wer auf der Bühne steht, braucht ein zuverlässiges Instrument, dass auch zu seinem eigenen Spielstil passt. Das hat auch dazu geführt, dass es im Bodhránbau und beim Tipperbau viele Innovationen gab.

Stimmsyteme, am besten ohne Werkzeug, haben sich durchgesetzt.

Die Bodhrán wurde detaillierten Klanganalysen unterzogen, als Christian Hedwitschak und ich mit der Uni München ein größeres Projekt durchgeführt haben. Möglich wurde dies, durch auswechselbare Felle (ChangeHED), ebenfalls eine Innovation aus dem Hause Hedwitschak.

Andere Hersteller experimentieren mit neuen Werkstoffen oder Arbeitstechniken.

Generell läuft vieles auf eine Spezialisierung der Klangwünsche hinaus. Custom made drums, also Trommeln, die sowohl klanglich als auch vom Aussehen her den Anforderungen des Kunden entsprechen, sind so möglich geworden. Ebenfalls innovativ: Signature Lines – nach Klangvorstellungen professioneller Spieler designte Bodhráns, wie sie hier auch im Shop zu finden sind.

Inzwischen ist es also möglich, dass ein Bodhránmaker Trommeln mit grundverschiedenne Klängen produziert. Bei den Tippern werden ebenfalls spezifische Klangvorstellungen umgesetzt und auch Signature Tipper produziert.

So verschiebt sich die Herstellung von Hobby-Herstellern zu professionellen Herstellern. Ich bin sehr froh, mit zwei Profis (Christian Hedwitschak und Stevie Moises) zusammenarbeiten zu dürfen.

Ausblick

Die Zukunft?

Auch im Umfeld der Bodhrán hat sich einiges verändert: Heute ist die Bodhrán deutlich besser akzeptiert, durch bessere Trommeln und besser Spieler und der Anfänger findet somit ein ideales Umfeld vor. Es gibt gute Instrumente, die von Anfang an gut klingen und es gibt Workshops, online Videos und Lehrmaterial, welche alle den Einstieg sehr erleichtern.

Bei den Spielstilen zeichnet sich eine Verbindung von sehr modernen Stilen mit hoher Tonalität und den eher traditionellen Spielstilen ab. 

Bei der Herstellung gibt es eine Tendenz, die Fellauswahl um gut zu spielende Synthetikfelle zu ergänzen und neue Werkstoffe einzusetzen.

Die Entwicklung ist also noch keineswegs abgeschlossen! Aber das ist gut, das zeigt nur die Vielfalt dieses wunderbaren Instruments!


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